Johanniskraut – Hypericum perforatum


Wer kennt Johanniskraut nicht? Selbst die Pharmaindustrie nutzt diese Pflanze im großen Stil zur Behandlung von Stimmungsschwankungen und Depressionen.

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Johanniskraut, eine unserer Wildkräuter, die großen Nutzen bringt aber auch erheblichen Schaden anrichten kann.
Johanniskraut wächst bei uns am liebsten in der Sonne, wir finden es an Wald- und Wegrändern, Trockenhänge, Wiesen und Brachland sowie auf Trockenrasen. Von allen Heilpflanzen hat es die stärkste Beziehung zur Sonne, die Blütezeit beginnt um den Johannistag (24.06.), der in enger Beziehung zur Sommersonnenwende (21.06.), dem längsten Tag des Jahres , steht.

Charakteristisch sind zwei Merkmale der Pflanze: die Blätter aber vor allem die Blütenblätter zeigen, gegen Licht betrachtet viele kleine Punkte auf. Bei diesen Punkten handelt es sich um winzige Drüsen, womit wir schon beim zweiten Merkmal wären. Zerreibt man die Blütenblätter zwischen den Fingern färben diese sich rot. Dieser rote Farbstoff ist das Hypericin, welches als Antidepressivum genutzt wird. Gleichzeitig wirkt dieses Hyericin phototoxisch auf Haut, Augenlinse und Ratina.

Womit wir schon beim Nutzen des Johanniskrauts wären.
Die Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperforin dienen als Antidepressiva, das heißt Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend, Botenstoffe im Gehirnstoffwechsel werden nachweislich beeinflusst.
Hellhäutige Menschen – aber auch hellhäutige Tiere – sollten nach Einnahme von Johanniskraut starke Sonnenbestrahlung (auch Solarium) meiden da die phototoxische Wirkung zu starken Verbrennungen führen kann.
Vorsicht ist auch im Zusammenhang mit blutverdünnenden Medikamenten oder Herzmittel geboten. Ebenso steht im Gespräch, dass Johanniskraut die Wirkung von Aidsmedikamenten verringern soll.
Äußerlich lässt sich Johanniskraut in Form von Johanniskrautöl einsetzen. Das rote Öl hat sich bewährt bei Wunden, rheumatischen Beschwerden, Nervenschmerzen, Verbrennungen sowie Erfrierungen.

In der Geschichte wurde das Johanniskraut bei den Christen Johannis dem Täufer zugeschrieben, der rote Saft der Blüten symbolisiert das Blut des Märtyrers. Die Christen sahen in der Pflanze ein Kraut des Himmels, da sich alle Blüten strahlenförmig gen Himmel richten.
Der Geschichte nach wuchs das Johanniskraut unter dem Kreuz Jesu Christi, welches das But Christi mit seinen Blüten auffing, daher auch der Name ‚Blut Jesu Christi‘.

In der Antike wurde das Johanniskraut bereits von Dioskurides und Plinius Secundus erwähnt, dort wurde es bei Verbrennungen eingesetzt.

Johanniskraut, eine Pflanze, die uns zeigt wie stark die Wirkung von Pflanzen sein können, in heilender wie auch in schädigender Hinsicht. Richtig eingesetzt ist dieses Kraut von ganz großem Nutzen.

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