Hunde und Katzen pflanzlich ernähren?


Unter uns Menschen gibt es immer mehr Vegetarier und Veganer, ich zähle selber zu dieser Gruppe und halte von der fleischlosen, bzw. rein pflanzlichen Ernährung sehr viel.
Nun gibt es die ein oder anderen, die auch ihre Hunde und Katzen fleischlos ernähren wollen. Ist das ebenso gesund für unsere Haustiere?
Ich bin ein 100 % Verfechter einer weitestgehend artgerechten Ernährung unserer Tiere. So sehr sich Hunde und Katzen auch in ihrem Äußeren verändert haben, so ist ihr Ernährungsbedarf dem ihrer Vorfahren gleich.
Fleischfresser (Hunde und Katzen) haben im Vergleich zu den Pflanzenfressern einen relativ kurzen Magen.
Vergleich: Darmlänge Hund = 6 m
Darmlänge Pferd = 30 m
Warum ist das so? Pflanzenkost ist schwerer verwertbar und braucht eine Vielzahl an Bakterien um die Nahrung aufzuschließen. Diese Anzahl ist in dem relativ kurzen Darm des Fleischfressers nicht möglich.
Man sagt die Darmlänge beträgt zur Körperlänge des reinen Fleischfressers (Katze) 3:1, des Alles(fr)essers (z.B. Mensch) 6:1 und beim Pflanzenfresser 24:1

Um eine rein pflanzliche Kost voll nutzen zu können braucht der Hund also wesentlich mehr Bakterien, also einen längeren Darm. Das ist nun mal nicht möglich, so kann der Darm nur einen geringen Teil der Nährstoffe verwerten.
Der Wolf (Hund) nimmt über sein Beutetier vorverdautes pflanzliches Material auf, geht aber auch gezielt an Pflanzen – vor allem wenn er gesundheitliche Probleme hat. Früchte werden gerne gefressen.
Eine unserer Hunde hat gerne Maiskörner gefressen, die völlig unverdaut wieder ausgeschieden wurden.
Theoretisch kann man Hunde fleischlos, aber mit Ei, Quark und Fisch zu den pflanzlichen Stoffen ernähren. Rein vegan führt früher oder später zu Mangelerscheinungen!
Bei Katzen ist es noch schlimmer sie fleischlos zu ernähren, da Katzen reine Fleischfresser sind.

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Karl Sprengel veröffentlichte 1828 das Gesetz des Minimums, oft dargestellt als Fass mit unterschiedlich hohen Dauben. Justus von Liebig machte dieses Gesetz richtig bekannt in dem er sich mit der Ernährung von Pflanzen beschäftigte. Dieses Gesetz gilt allerdings für die Ernährung von Mensch und Tier genauso.

Dieses Gesetz besagt, dass sich die Verfügbarkeit der Nährstoffe an dem orientiert, welches am geringsten vorhanden ist. Deckt ein Nährstoff durch einen Mangel den Bedarf nicht ab, so limitiert dieser Nährstoff die Aufnahme aller anderen Nährstoffe. Dies gilt besonders für essentielle Nährstoffe, Stoffe, die dem Körper von außen zugeführt werden müssen.

Die Hälfte der rund 20 Aminosäuren sind essentiell. Eine wichtige Aminosäure ist L-Methionin. L-Methionin wird zur Herstellung (Aufbau) von Eiweißen benötigt. Wird es in zu geringen Mengen zugeführt, die den Bedarf nicht decken führt das zur Verlangsamung des gesamten Stoffwechsels, was zur Schwächung und Schädigung des Organismus führt.
In den Pflanzen befinden sich nur 1/5 bis 1/10 dieser Aminosäure im Vergleich zu tierischen Produkten und sind zudem noch schlecht verfügbar.

Je weniger essentielle Stoffe in einem Futter enthalten sind umso mehr Futter braucht das Tier!

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